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Musikverein Perspektiven: Elfriede Jelinek

© APA Iamges FLO Martin Vukovits
Ein gemeinsames Projekt von Musikverein und Wien Modern 31. Oktober – 4. November

Von elfriedejelinek.com

28.09.2026

„Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass ich gelebt habe: Hier können Sie sehen und hören, bis Ihnen beides vergeht, aber dann doch bei Ihnen bleibt“. – Diese Worte hat Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek dem Programm der diesjährigen „Musikverein Perspektiven“ vorangestellt, in deren Mittelpunkt sie steht. Leben und Schaffen der ausgebildeten Organistin sind seit Jahrzehnten durch die Musik tief geprägt.
Kernpunkt des fünftägigen Programmparcours von 31. Oktober bis 4. November ist die Uraufführung einer Komposition der Pianistin, Improvisatorin und Komponistin Marianne Schroeder, in der Jelineks alter Steinway-Flügel nach über 30 Jahren, in denen er weder gestimmt noch gespielt wurde, Auferstehung feiert. Jelinek hatte Schroeder ihren Text „Schatten. (Eurydike sagt)“ geschenkt; Text, Aufnahmen von Flügel und Stimme sowie ein (durchaus gestimmtes) Klavier im Großen Musikvereinssaal laden zur Begegnung mit Jelineks persönlicher Zeitmaschine ein.

Elfriede Jelineks langjähriger Freundschaft und Zusammenarbeit mit Olga Neuwirth wird – in einer Musik-Installation, einem Konzert des Black Page Orchestra und Filmen – ebenso Rechnung getragen wie ihren musikalischen Fixsternen Schubert, Mahler, Messiaen und Ligeti, interpretiert von Samuel Hasselhorn, Lukas Sternath und Angela Metzger.
Last but not least werden einige jener Texte, die bis dato wenig gekannt auf Jelineks Website versammelt sind, öffentlich, zum Teil erstmals, gelesen. „Besser wird’s nicht“: Josef Hader und Birgit Minichmayr stellen Jelineks autobiographischen Text „Be Longing (Geh, Dichterin!)“ (2026) in das Setting des Gläsernen Saals; Ferdinand Schmatz zerlegt gemeinsam mit Eva Jantschitsch den immer noch viel zu wenig rezipierten monumentalen Privatroman „Neid“ (2007); Samouil Stoyanov und die Flötistin Petra Slottová testen entlang verstreuter Polemiken, Preisreden und Kommentare Jelineks Leitmotiv „Ich möchte seicht sein“. Und Jelinek selbst? „Ich lasse mich hier gerne aufhalten, solange es mir erlaubt wird.“
Kuratiert wurde das Programm von Bernhard Günther, Stephan Pauly und Claus Philipp, denen die Autorin in langen Gesprächen zahlreiche Hinweise auf Vorlieben gegeben und Fährten gelegt hat.
In der Reihe „Musikverein Perspektiven“ lädt die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien regelmäßig angesehene Persönlichkeiten in den Musikverein ein, die beruflich keine Musiker:innen sind, aber privat eine große Leidenschaft für Musik hegen. Gemeinsam wird darüber nachgedacht, wie ihre Passion für die Musik in den Konzerten des Musikvereins hörbar werden könnte.

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