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Bewunderung auf Augenhöhe – Mitsuko Uchida und Riccardo Muti

© Julia Wesely
Beethovens Viertes Klavierkonzert steht auf dem Programm, wenn Mitsuko Uchida und Riccardo Muti, beide Ehrenmitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, erstmals gemeinsam im Musikverein auftreten. Den „Musikfreunden“ haben sie verraten, was sie aneinander schätzen.

Von Ulrike Lampert und Markus Siber

20.07.2026

Mit Riccardo Muti …

habe ich zum ersten Mal 2006 in Salzburg beim Galakonzert zu Mozarts 250. Geburtstag zusammengearbeitet. Es war eine große Ehre für mich, dabei zu sein. Auf dem Programm standen das Klavierkonzert KV 503, eines der schönsten großen Klavierkonzerte von Mozart, und „Ch’io mi scordi di te“ mit obligatem Klavier – ich liebe dieses Stück! Ich wusste nicht, wer das wollte, aber später hat sich herausgestellt, das muss von Maestro Muti gekommen sein.
Weil die Probenzeit meistens viel zu kurz ist, habe ich ganz vorsichtig anfragen lassen, ob ich mich vorher mit Herrn Muti treffen könnte, sodass wir über die Musik sprechen könnten. Schon einen Tag danach habe ich Nachricht bekommen: Ja! Da sieht man, was für ein seriöser Musiker Maestro Muti ist. Wir haben uns also getroffen – und er wollte auch „Ch’io mi scordi di te“ machen – daran hatte ich gar nicht gedacht. Er selbst hat gesungen, und ich habe gespielt, und ich muss schon sagen: Er hat mit so viel Verständnis und Liebe dieses Stück gesungen – ich habe ihm gesagt, das war das Beste, was ich von diesem Stück je gehört habe. Da hat er sich so gefreut, und er hat es noch einmal gesungen.
Ich habe mich von Anfang an immer gut mit Maestro Muti verstanden. Wir haben dann auch gemeinsam das Klavierkonzert von Robert Schumann gemacht und von Beethoven das Dritte und das Fünfte Konzert. Dieses Mal ist es das Vierte – ein ganz besonderes Stück. Ich freue mich schon sehr darauf. Inzwischen spiele ich nur noch mit Leuten, die ich liebe. Bei Maestro Muti weiß ich, dass ich mich auf ihn verlassen kann, und er weiß, dass er sich auf mich verlassen kann. Er ist einfach da. Und ich glaube, Herr Muti weiß von mir, dass ich mir nicht plötzlich etwas einfallen lasse. Das gegenseitige Vertrauen war von der ersten Zusammenarbeit an da.

 

© Julia Wesely

Wenn ich an Mitsuko Uchida denke …

habe ich eine wunderbare Pianistin vor Augen – und außerdem eine echte Dame, eine Lady mit Stil. Frei von jener Effekthascherei, die heutzutage leider bei einigen Künstlern zu beobachten ist. Sie hat es nicht nötig, ihrer Kunst noch etwas Äußeres hinzuzufügen.
Seit unserem ersten gemeinsamen Auftreten in Salzburg haben wir nicht nur persönlich ein sehr gutes Einvernehmen, sondern sind, wie ich finde, auch großartige musikalische Partner. Besonders gerne erinnere ich mich an die gemeinsame Interpretation des Ravel-Konzertes in New York. Über die Jahre sind wir oft miteinander aufgetreten. Jedes Mal war es für mich eine große künstlerische Bereicherung, mit ihr zu arbeiten. Deshalb ist es für mich eine große Freude, dass wir nun die nächste Gelegenheit haben werden, gemeinsam Beethoven zu spielen – noch da zu mit den Wiener Philharmonikern.
Es ist gar nicht so leicht, die musikalische Persönlichkeit einer Künstlerin auf den Punkt zu bringen. Im Fall von Mitsuko Uchida würde ich sagen, dass sie in besonderem Maße ehrlich gegenüber der Musik ist. Sie benutzt die Musik nicht für andere Zwecke. Das, was sie über ihre Sicht auf ein Kunstwerk denkt, vermittelt sie dem Publikum ohne Schnörkel und Umwege. In gewisser Weise ist sie wie die großen Pianisten der Vergangenheit, die sich als Diener der Musik verstanden haben. Hinter ihrem Spiel steckt große Kunstfertigkeit. Tiefgründig und ehrlich – diese Worte treffen es wohl am besten.

Freitag, 9. Oktober 2026

Wiener Philharmoniker
Riccardo Muti
I Dirigent
Mitsuko Uchida I Klavier

Ludwig van Beethoven
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur, op. 58
Johannes Brahms
Symphonie Nr. 2 D-Dur, op. 73

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