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Eine Stimme auf der Suche – Marianne Crebassa

© Laure Bernard
Mit einem exquisiten Liedprogramm kehrt eine der feinfühligsten jungen Mezzosopranstimmen in den Musikverein zurück: Marianne Crebassa.

Von Stefan Musil

09.02.2026

Wenn Marianne Crebassa im März auf das Liedpodium im Brahms-Saal tritt, dann wird dies ein Abend mit einer der feinfühligsten Mezzosopranstimmen unserer Tage. Als Partner am Klavier begleitet sie ihr französischer Landsmann Alphonse Chemin. Auf dem Programm steht Französisches von Claude Debussy und Maurice Ravel, dazu eine Auswahl iberischer Lieder von Federico Mompou, Jesús Guridi und Manuel de Falla. Mit Perlen von Debussy und Ravel hat sie auch schon mit Klavierpartner Fazıl Say auf CD begeistert. „Secrets“, Geheimnisse, lautet der Titel.
Ein gewisses Geheimnis umgibt auch das Privatleben der 1986 in Béziers nahe Montpellier geborenen Künstlerin. Sie spricht lieber durch ihre Kunst. Auch war es zuletzt doch ein wenig still um sie geworden, zumindest in Sachen Oper. Die Erklärung dafür bringt ein Interview mit Radio France anlässlich der Pariser Wiederaufnahme von „Picture a Day Like This“, einem neuen Werk von George Benjamin, im Herbst 2024. Marianne Crebassa wurde Mutter: „Ich war dieses Leben auf Reisen langsam etwas leid und brauchte eine kleine Pause. Außerdem hatte ich schon lange Lust, Konzerte und Liederabende zu geben und mich in einem intimeren Repertoire zu entfalten, das mir mehr entspricht. Also habe ich beschlossen, mich für eine Weile von der Oper zurückzuziehen, um dann umso sicherer zurückzukehren.“ Ein Facebook-Foto von einer strahlenden Marianne Crebassa mit stolzem Babybauch aus dem August 2022 liefert schließlich den Bild-Beweis dazu.

Ob Marianne Crebassa mit ihrer eigenen Familie auch so gerne singt wie einst ihre Eltern mit ihr? Der Großvater mütterlicherseits, ein Winzer aus dem Hérault mit spanischen Wurzeln, war sogar bei Amateur-Gesangswettbewerben erfolgreich. Der Gesang wurde auch Marianne Crebassas Leidenschaft, zu der sie über das Klavierspiel kam. Mit 14 Jahren äußerte die exzellente Schülerin daher den Wunsch, Gesang zu lernen.
Sie trat aber auch mit ihrer eigenen Cover-Band auf, mit der sie alles quer Beet, sogar Nummern von Pink Floyd, Led Zeppelin und den Red Hot Chili Peppers, nachgespielt hat. „Ich sang Popsongs, da war ich zwischen 16 und 22 Jahren alt. Das war mein Sommerferien- und Wochenendjob. Ich sang in Restaurants, Cafés, auf Hochzeiten. Ich lernte, auf der Bühne zu stehen“, verriet sie der „Süddeutschen Zeitung“. In Montpellier studierte sie Gesang und Klavier, hängte auch noch ein Musikwissenschaftsstudium an. Bald holte man sie ans Atelier Lyrique der Opéra National de Paris.
2012 wollte sie Dirigent Marc Minkowski für Händels „Tamerlano“ bei den Festspielen in Salzburg. Hier war sie dann auch in der Titelpartie von Marc-André Dalbavies „Charlotte Salomon“ zu erleben. 2017 sorgte sie schließlich mit ihrem Sesto unter Teodor Currentzis für wahre Salzburger Sternstunden. Das Archiv der Wiener Staatsoper vermerkt dagegen gerade einmal drei Auftritte als Cherubino. Dafür war Marianne Crebassa im Musikverein in Debussys „Le Martyre de Saint-Sébastien“ unter Alain Altinoglu zu hören, sang Lieder unter Daniel Barenboim, und als es 2024 galt, im Musikverein mit den Wiener Philharmonikern und Riccardo Muti das Jubiläum 200 Jahre Beethovens Neunte Symphonie zu feiern, war sie für die Altpartie zur Stelle. Unter Muti kehrt sie für das Verdi-Requiem heuer auch zu den Salzburger Festspielen zurück. Diese haben sie außerdem als Charlotte an der Seite von Benjamin Bernheim für einen konzertanten „Werther“ von Massenet verpflichtet. Ihr Liederabend im Musikverein ist damit der denkbar bezauberndste Auftakt für dieses erfreuliche Österreich-Comeback.

Mittwoch, 11. März 2026

Marianne Crebassa | Mezzosopran
Alphonse Cemin | Klavier

Lieder von Gustav Mahler, Maurice Ravel, Claude Debussy und Jesús Guridi

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