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Beethoven zeigt ab sofort sein wahres Gesicht.

© Julia Wesely
Anlässlich der Saisoneröffnung wurde im Musikverein eine neue Beethoven-Büste aufgestellt.

Von Musikverein Wien

28.09.2026

Der Musikverein, an Büsten von Komponisten nicht gerade arm, darf sich im Publikumsbereich über einen promintenten Neuzugang freuen. Bei der Eröffnung der aktuellen Saison, in die der 200. Todestag von Ludwig van Beethoven fällt, wurde im rechten Stiegenaufgang zum Großen Saal eine neue Büste des Komponisten aus Bonn enthüllt. Neben der Darstellung im Eingangsfoyer und jener über der Direktionsloge im Großen Saal ist dies ein weiteres repräsentatives Abbild eines der frühesten Ehrenmitglieder der Gesellschaft der Musikfreunde. Doch der Unterschied zu den bisherigen, eher manieristisch gestalteten Köpfen im Haus ist enorm, denn die neue Büste zeigt Beethoven erstmals, wie er wirklich aussah. Basierend auf einem Gipsabdruck, den man direkt von seinem Gesicht abgenommen hatte, ist sie eine einzigartige Darstellung des Genies – inklusive der deutlich erkennbaren Pockennarben. Das Original der Büste, die aus konservatorischen und sicherheitstechnischen Gründen als Kopie ausgestellt werden muss, ist ein großzügiges Geschenk der Familie Kux an die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.

© Julia Wesely

Die Entstehung des kostbaren Objekts fällt ins Jahr 1812, als der Wiener Klavierfabrikant und Freund Beethovens Andreas Streicher Gipsabdruck und Büste für die Ausstattung seines Klaviersalons beauftragt hatte. Für über 100 Jahre befand sich die Büste in Familienbesitz, bis sie an den jüdischen Bankier Wilhelm Kux verkauft wurde. Kux, Direktionsmitglied und später Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, musste Österreich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlassen. Teile seiner Kunst- und Musikinstrumentensammlung konnte er mitnehmen, die Büste musste er allerdings notgedrungen verkaufen. So gelangte sie 1938 in die Städtischen Sammlungen (heute: Wien Museum). Der langwierige Restitutionsprozess konnte 2024 abgeschlossen und die Büste an die Familie Kux zurückgegeben werden. Diese entschied, die Büste der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien als Geschenk zu überlassen. Die Kopie der Büste wurde mit freundlicher Unterstützung von Prof. Dr. h. c. Wolfgang Schürer hergestellt.

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